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2025-12-01 15:01:28 +01:00

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TeX

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\chapter*{Kurzzusammenfassung}
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\addcontentsline{toc}{chapter}{Kurzzusammenfassung}
\marginpar{This section is a translated copy of the English abstract below.}
Im Laufe der letzten Jahrzehnte habe Fortschritte in der Kryptographie sowie Techniken wie formale Verifikation den
Stand der Softwaresicherheit stetig verbessert. Gleichzeitig hat das Gebiet der Hardwaresicherheit mit diesen
Entwicklungen nicht Schritt halten können. Trotz Fortschritten in Teilgebieten wie der Resilienz gegenüber
Seitenkanalangriffen und Physical Unclonable Functions (PUFs) ist der Stand der Technik in der Hardwaresicherheit
nach wie vor auf die Verwendung mikroelektronischer Strukturen fokussiert. Solche erreichen einen Grad der Security
by Obscurity, liefern jedoch keine fundierteren Sicherheitsgarantien. Systemweite Manipulationsschutzmaßnahmen
werden nur vereinzelt in Geräten wie z.B.\ Hardware-Sicherheitsmodulen (HSMs) und Kartenzahlungsterminals
eingesetzt. Insbesondere HSMs werden aufgrund ihrer hohen Kosten und geringen Rechenleistung nur in
Nischenanwendungen wie z.B.\ der Zertifikatsausstellung im Transport Layer Security (TLS)-System sowie der
Zahlungsdatenverarbeitung eingesetzt.
In dieser Dissertation führt Jan Sebastian Götte das Inertiale Hardware-Sicherheitsmodul (IHSM) ein. Das IHSM ist
eine neue Architektur für Hardware-Sicherheitsmodule, die einen hoch sicheren, aktiven Manipulationsschutz
bereitstellt. Gleichzeitig können mithilfe der IHSM-Technologie kryptographische Rechnersysteme von wesentlich
größeren Abmessungen, Gewicht und elektrischer Leistungsaufnahme geschützt werden, als das in konventionellen HSMs
möglich ist. IHSMs ersetzen die kostenintensiven und in der Herstellung aufwendigen Meshes
(Manipulationserkennungsmembranen) konventioneller HSMs durch eine Konstruktion, in der Meshes aus einfachen
Platinen aufgebaut werden, die bei einer hohen Geschwindigkeit um das geschützte Rechnersystem rotieren. Die
Rotation dieser Meshes verhindert eine unerkannte Manipulation. IHSMs erreichen so mithilfe wensentlich einfacherer
und kostengünstiger Konstruktionstechniken ein Sicherheitsniveau, das dem konventioneller
Manipulationsschutzmembranen gleicht, die in spezialisierten Herstellungsprozessen gefertigt werden. In der
Dissertation werden die Ergebnisse einer Übersichtsstudie vorgestellt, die etwa 30 echte Implementierungen socher
Meshes untersucht. In der Studie werden Kriterien für die Entwicklung sicherer Meshes abgeleitet, anhand derer das
IHSM-Konzept kontextualisiert wird. Um die Notwendigkeit sicherer Hardware zu erörtern, wird in dieser Dissertation
darüber hinaus eine Analyse einiger problematischer Aspekte des Hardwaresicherheitskonzeptes der Deutschen
elektronischen Patientenakte vorgestellt.
Um den Weg für zukünftige, praktische Implementierungen der IHSM-Technologie zu bereiten stellt Jan Sebastian Götte
Lösungen für wichtige Schlüsselprobleme der Konstruktion von IHSMs vor. Diese Lösungen umfassen ein neues Konzept
für rotationssymmetrische Planarspulen für die drahtlose Energieübertragung an rotierende Empfänger, sowie ein
hochpräzises und dennoch kostengünstiges Überwachungssystem für Meshes. Dieses Überwachungssystem beruht auf dem
Prinzip der Zeitbereichsreflektometrie und erkennt selbst fortgeschrittene Angriffstechniken zuverlässig. In
praktischen Versuchen zeigte sich, dass das System ausreichend empfindlich ist, um mehrere identische Kopien
desselben Meshes voneinander zu unterscheiden, was auf PUF-ähnliche Eigenschaften hindeutet.
In der Dissertation werden zwei konkrete Anwendungsszenarien erläutert, die erst durch das größere Volumen und die
höhere Leistungsaufnahme möglich werden, die die IHSM-Technologie ermöglicht. Im ersten Anwendungsszenario wird eine
IHSM-geschützte Zwischenstation vorgeschlagen, um die durch physikalische Grundgesetze sonst stark eingeschränkte
erreichbare Entfernung eines Quantenschlüsselaustausch (QKD)-Systems zu vergrößern. Im Rahmen dieses
Anwendungsszenarios wird ein sekundäres Mesh vorgestellt, dass die Achsdurchführung des primären IHSM-Meshes
zusätzlich schützt. Weiterhin wird in der Fallstudie der Entwurf eines mechanischen Trägers für diese zusätzlich
geschützte Achsdurchführung vorgestellt, der das QKD-System im inneren des IHSM mit der Außenwelt über
verlustarme Glasfaserleitungen verbindet.
In der zweiten Fallstudie wird ein Konzept vorgestellt, das mithilfe IHSM-geschützter, leistungsstarker
Serverhardware kolokierte Secure Multiparty Computation (MPC)-Berechnungen ermöglicht. Hierzu wird IHSM-Technologie
an die Anforderungen leistungsstaker Serverhardware in Größe, Leistungsaufnahme, und ableitbarer Verlustleistung
angepasst. Wird MPC praktisch eingesetzt, werden Knoten über mehrere Rechenzentren verteilt um einen Single Point of
Failure zu vermeiden. Diese Verteilung führt jedoch zu geringer Netzwerkbandbreite und hohen Latenzen zwischen den
MPC-Knoten, was die erreichbare MPC-Rechenleistung stark einschränkt. Durch den Einsatz von IHSMs können physisch
gesicherte MPC-Knoten innerhalb desselben Rechenzentrums betrieben werden, was durch die damit erreichbare höheren
Bandbreiten und geringeren Latenzen einen Leistungsbereich der MPC-Berechnungen erschließt.
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